/// TOSCA;rpia

Zurückgezogen vom pulsierenden italienischen Leben befindet sich der Baron Scarpia, Polizeipräfekt von Rom, in seinem Arbeitszimmer im Palazzo Farnese.

Er scheut das Licht; er gestattet keinen Zutritt in sein dunkles Reich; er scheut die Öffentlichkeit und begibt sich nur selten zu Empfängen oder anderen öffentlichen Anlässen.
Sein Leben ist beherrscht von der geordneten, disziplinierten Verfolgung aller Arten von Staatsfeinden. Als Denkmal vergangener längst aufgebrochener Zeiten ist er ein erbitterter Gegner aller Kinder der Revolution.

Heftig, ungestüm und brutal. Fetischistisch und neurotisch. Grübelnd, zynisch und sadomasochistisch.
Seine Funktion als Polizeipräfekt Roms lässt ihn jede menschliche Regung auf Kosten einer grausamen Neigung zu fanatischer Gesetzeshörigkeit vergessen.
Seine Triebhaftigkeit lässt ihn nahezu seinen Gott vergessen, indem er der Sängerin Floria Tosca nachstellt und sich ihrer zu bemächtigen sucht.
Ein zurückgezogener, einsamer, verletzter Mensch, der er ist, agiert er aus seinem Palastbüro heraus als inquisitorischer Despot.

Schlechter lässt sich diese Figur in ihrer Beschreibung nicht darstellen.

Da hingegen ist Floria in ihrer Hingabe zu Cavaradossi, ihrem Geliebten, treu und ehrlich.
Eine in ihrem Freiheitskampf verlorene Frau, die der Vergewaltigung durch Scarpia nur die Opferung ihres Seelenheils entgeht, indem sie ihn nämlich mordet. Da ist auch der Notwehrgedanke eine Zuflucht, die die Tat nicht weniger verurteilbarer macht.

Eines Tages bricht Roms pulsierendes Leben unerwartet in sein Reich ein, in Form der allseits berühmten Sängerin Floria Tosca, “La Tosca”, die Diva.
In einem Augenblick gerät die mühsam in Form gehaltene Welt des Baron Scarpia ins Wanken und öffnet ihre Tore für eine Flut aus Erinnerungen an eine Zeit unbeschwerter Jugend, erster Liebe, “Sturm und Dranges”.
Einmal losgelassen beginnen seine Sinne, beschränkt auf Spürhundtätigkeiten, wieder zu erleben und unaufhaltsam beginnt eine längst verschüttete Sehnsucht aufzubrechen.

Er muss erkennen, dass die Künstlerin Tosca dem religiös-politischen Polizeiinquisitor ähnlicher ist, als sein Weltbild ihm dies bisher offenbarte und sich, ihr verfallend, eine neue Göttin erschaffend, erkennt er in einem letzten Treffen, dass einzig sie ihm endgültige Erlösung zu bringen würdig ist.

Bei “TOSCA;rpia” ist ein Roman, der die Handlung der gleichnamigen Oper von Puccini verarbeitet, der Anreiz einer neuen eigenen Dramatisierung, die die Geschichte aus der Sicht des Polizeipräfekten Scarpia wiedergibt. Eine Neuübersetzung einzelner Szenen der Schauspielvorlage von Victorian Sardou, sowie Texte von Novalis, Schopenhauer, Hofmannsthal und E. T. A. Hoffmann bilden das Gerüst, das mit philosophischen Texten versucht, Erinnerungen und Phantasie zu wecken.

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren.

TERMINE:
Samstag, 31. Januar 2020 / 20 Uhr
Samstag, 1. Februar 2020 / 20 Uhr
Freitag, 7. Februar 2020 / 20 Uhr
Samstag, 7. März 2020 / 20 Uhr

 

Downloads:
Lesefassung

What? MMM? Get Lost Hello F**K OFF!!! Don't touch me Hey! Just flyeing here Wanna Play? It's Boring Super Theme :D I'm just flyeing brain