Archiv: Carla Gesikiewicz

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Weihnachten im Herzen

“Der Weihnachtsbaum, mit Silber- und Goldketten, Fähnchen, Sternen und mancher
verlockenden Frucht behangen, strahlt mir entgegen, ach, so herrlich wie einst, da sein

Glanz durch das ganze Jahr einen wärmenden Schein breitete und schon lange vorher
beim Ausblasen einer Wachskerze das Herz in süßem, ahnungsvollem Schauer erbebte:
»Es riecht nach Weihnachten.«”

(Heinrich Seidel)

***

Ab dem 30. November können Sie es sich in der Kulturdornse weihnachtlich gemütlich machen. Wir präsentieren Ihnen “Eine Weihnachtsgeschichte”, die wir nicht nur szenisch anreichern sondern vor allem gesanglich bzw. musikalisch.
Von den Fünfzigern bis zu den guten alten Weihnachtsliedern, die alle mitsingen können, werden Carla Gesikiewicz, Annette Gleixner und Stephan Joachim ein buntes Potpourri zum Besten geben und Sie können  derweil einen guten Schluck Glühwein zu sich nehmen.

Reservieren Sie Ihren Platz rechtzeitig an einem der folgenden Termine:

Samstag, 30. November, 20 Uhr
Sonntag, 1. Dezember, 16 Uhr
Freitag, 6. Dezember, 20 Uhr
Sonntag, 8. Dezeber, 16 Uhr
Samstag, 14. Dezember, 20 Uhr
Sonntag, 15. Dezeber, 20 Uhr
Samstag, 21. Dezember, 20 Uhr

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Oktober 07, 2019
Geschrieben von: , Kategorie: jo.art, Kulturdornse

Giya Kancheli

Wir haben mit großem Bedauern vernommen, dass Giya Kancheli am vergangenen Mittwoch verstorben ist.

Die Produktion “Proserpina” wurde maßgeblich von seiner wunderbaren Musik inspiriert und wir sind ihm zu sehr großem Dank verpflichtet.
Sein Werk “Vom Winde beweint” begleitet mich seit 2010, als ich es durch den Tod meines Vaters kennenlernte. Immer habe ich in den vergangenen Jahren gehofft, dass mich dieses Werk zu einem neuen Theaterstück bringen würde. Nun ist es geschehen und umso mehr macht mich der plötzliche Tod betroffen und seltsam berührt.

Unser nächster Plan, die endliche Umsetzung von “Ein Endgang“, ein Werk dass sich intensiv mit Tod und Existenzbeweis auseinandersetzen soll, ist in den letzten zwei Wochen auch durch die Beschäftigung mit den Werken von Giya Kancheli weiter gereift. Und wir werden wohl noch oft an ihn denken während der Erarbeitung.

Danke für die Musik.

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Oktober 05, 2019

Proserpina in Lübeck

Proserpina in Lübeck in der Kulturdornse:

Wir spielen die tanztheatralische Performance das nächste Mal am Samstag, 26. Oktober, und hoffen auf zahlreiches Publikum.
Bisher haben alle unsere Zuschauer nach der Performance geschwärmt, was uns natürlich sehr freut.

Neben den Vorstellungen beginnen wir allmählich mit dem Drehbuch und den Konzeptionen für eine Verfilmung dieser Produktion. In ganz neuer medialer Umsetzung und an ausgewählten Drehorten versuchen wir so die spezielle und phantastische Stimmung der Konstruktion einzufangen.

Während unseres Weihnachtsprogrammes und Anfang des neuen Jahres werden die Dreharbeiten sein, während der wir Sie dann gerne mit interessanten Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

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September 21, 2019

Proserpina-Material

Wir möchten Ihnen, unseren Zuschauern, nach der erfolgreichen Premiere gestern, gerne den Text von Goethe als Material zur Verfügung stellen. Scheinbar ist das Monodrama nicht in allen Gesamtausgaben der Goethe-Werke vorhanden. Sie können den Text zwar auch auf der gutenberg.spiegel.de Seite finden, aber um es Ihnen bequemer zu machen, haben wir hier eine PDF-Datei erstellt und bieten sie Ihnen an.

Zusätzlich können Sie den Text auch als Ablauf- und Strukturbeschreibung herunterladen.

 

Für weitere Anregungen sind wir natürlich offen.

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September 20, 2019

Premierenfieber

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen wir gespannt unserer Premiere von “Proserpina” (Persephone) heute Abend entgegen.
Nach langen und wunderbaren und reichen Wochen der Proben können wir nun ein schlüssiges und poetisches tanztheatralisches Werk, eine Performance, präsentieren, auf die wir stolz sind.

Wir haben endlich wieder unseren Ursprung in der Arbeit gefunden und verweben Elemente des melodramatischen Spielens mit Bewegungssymbolik, mit entschleunigten Momentaufnahmen einer Seelenschau und Licht- und Schattenspielen. Musik in Wort und Ton vereinigen die Figuren zu einer Einheit aus Mythos, psychologischem Erkennen und der Beschäftigung mit Individuation.

Ein paar Eindrücke von Carla aus den Hauptproben bringen Sie hoffentlich zu uns:

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Tanztheatralische Performance

Tanztheater, Performance, wie sollen wir es nennen?
Wann beginnt denn Tanz?
Ist denn nicht jede geführte und empfundene Bewegung Tanz?

Carla Gesikiewicz als Proserpina

Ist nicht auch gesprochenes Wort Tanz?

Die Sätze zu formulieren bedeutet doch Bewegung. Beabsichtigte, choreografierte. Und auf der Bühne stets auch reproduzierbare. Die Modulation, die Melodie der Sprache vereint die tänzerischen Komponenten der Musik mit der der Bewegung. Und die Sprache bedarf des ganzen Körpers um ihr komplettes Potential an Ausdrucksmöglichkeit zu entfalten.

Also ja: Alles ist Tanz. Nicht im klassischen Sinne, aber im Sinne der performativen Kunst allemal.

Wie stolz und glücklich und beseelt ich bin, mit Carla dieses Stück erarbeiten zu können, lässt sich an dieser Stelle hier nicht wiedergeben. Es ist eine Ausnahmesituation mit einer jungen Schauspielerin arbeiten zu dürfen, die aus ihrem innersten Selbst eine Qualität hervorbringen kann, die mir in meinen letzten zwanzig Jahren nur selten in der Arbeit begegnet ist.

So künstlerisch arbeiten zu können ist es, was mir immer vorgeschwebt hat, und so wird ein Werk geschaffen, das in absoluter Zusammenarbeit zu dem wird, was ich ohne Zögern als unsere Vorstellung von Theaterkunst nach außen tragen will.

Ein auf minimale Mittel zurückgeworfenes Stück, das in einer knappen Stunde aufzeigt, dass die Probleme zu Zeiten Goethes in den Phasen der Individualisierung nicht einen Deut geringer waren als heutzutage.

Ein Tanzkonstrukt, das, nach “tRaum 7/11/26“, weiter erforscht, inwieweit alle Körper tänzerische Formen ausdrücken, welche dieser individuell sind, und was ein philosophischer Blick auf Tanz in der Bedeutungswahrnehmung und der Symbolik von Choreografie zu ändern vermag.

Zugegeben, wir haben in der Vorarbeit, viel Recherche über die Arbeiten aktuell etablierter Choreografen geleistet, haben uns inspirieren lassen. Mehr jedoch über ihre Denkweise, denn ihr Bewegungsrepertoire. Das haben wir uns neu gesucht, und sind da erst am allerersten Anfang einer langen Reise.

Robert Bondara, Akram Khan, Angelin Preljocaj, Liam Scarlett, Richard Siegal und Wayne McGregor sind nur Vorbilder, keine Vorgeber. Pina Bausch nur tradierte Rechtfertigung für die Köpfe der Zuschauer.
Und trotzdem verehren und bewundern wir ihr Schaffen, schöpfen unendlich emotionale Kraft aus ihrem Wirken.

Sehnen, Hoffen, Schaffen, eine Not dazu ist immer noch brennend und lodert und bleibt.

 

Fünf Wochen vergingen wie im Flug… nun harren und warten wir auf Sie, auf Euch.

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September 06, 2019

Proserpina – Produktionstagebuch

6. September

Wie aus ersten kleinen Überlegungen durch den Sommer hindurch eine Kunstnot entstand, begreife ich erst nach und nach. Es ist ein unbestimmtes Gefühl, mit unbestimmtem Ausgang, ein Risiko, eben: das Leben.
So unbemerkt unauffällig hat sich dieser Goethe eingedrängt und eingeschrieen: I had the same problems. Sturm und Drang in allen Winkeln dieser Erde. Ewigkeiten sind nur ein Wimpernschlag, so what does this mean for so really scant time.
Unsere Jungschauspielerin Carla; wie despektierlich mir das auf einmal erscheint; Schauspielerin, wie gering. Wenn ein Mensch soviel Herzblut in die künstlerische Zusammenarbeit steckt, ist das Größe, ist das Reife, ist das Seele. Und was auch immer Ihr, unsere Zuschauer, darin erkennen mögt, ich weiß um die Mühe, das Ringen, um die Herkulesarbeit, die Carla in ihre erste große, abendfüllende monodramatische Arbeit steckt.
Ihre Opfer, Ihre Überwindung, Ihr Wollen, Ihre Klarheit und Schönheit, Ihre Strahlkraft.

Geplant als szenische Lesung?! Was wurde im Malstrom der Ereignisse dieses Sommers urplötzlich für ein Theateransatz, eine Performancekonstruktion daraus, die sich bedient am Bewegungsrepertoire eines Bondara, eines McGregor, eines Preljocaj oder Scarlett.

Wir stellen fest, Tanz ist da, wo Bewegung ist (nun gut, das stellen wir nicht wirklich fest, wir realisieren es neu); wir versuchen Sprache zu tanzen und werden Melodram. Wir emotionalisieren die doch, ach, so aktuellen modernen Texte Goethes, die nur immer wieder zeigen, dass die Menschenprobleme nicht so rasch Veränderungen unterworfen sind, wie uns die Gesellschaft manchmal glauben machen möchte…
wir machen einen Work in Progress daraus, Prozesskunst.

25. August

Die Proben laufen. Schon seit zwei Wochen kämpfen wir um Erkenntnis. Wir loten tiefenpsychologische Aspekte dieses Monodramas aus. Wir staunen, wie hochaktuell und großartig Goethe Probleme der Emanzipierung des eigenen Seins in wunderbare Verse werfen konnte. Wie hätten Freud und er ihre Freude gehabt.

Wir arbeiten an einem Bewegungsrepertoire, dass sich von der reinen Performance entfernt und ganz in Gedanken an Pina Bausch ist. Dennoch in ganz eigener Sprache. Jeder Körper spricht anders aus, was er fühlt. Jeder Mund stammelt anders Wortgedanken. Jede Liebesgeschichte hat ihr eigenes Universum; UNI VER SUM.

Begleiten Sie uns hier medial, begleiten Sie den Versuch einer Versuchsaufstellung; dann lernen Sie uns sehen, hören, fühlen, und vielleicht können Sie uns riechen… wenn Sie näher kommen; … noch näher. Treten Sie ein: