standard

Tanztheatralische Performance

Tanztheater, Performance, wie sollen wir es nennen?
Wann beginnt denn Tanz?
Ist denn nicht jede geführte und empfundene Bewegung Tanz?

Carla Gesikiewicz als Proserpina

Ist nicht auch gesprochenes Wort Tanz?

Die Sätze zu formulieren bedeutet doch Bewegung. Beabsichtigte, choreografierte. Und auf der Bühne stets auch reproduzierbare. Die Modulation, die Melodie der Sprache vereint die tänzerischen Komponenten der Musik mit der der Bewegung. Und die Sprache bedarf des ganzen Körpers um ihr komplettes Potential an Ausdrucksmöglichkeit zu entfalten.

Also ja: Alles ist Tanz. Nicht im klassischen Sinne, aber im Sinne der performativen Kunst allemal.

Wie stolz und glücklich und beseelt ich bin, mit Carla dieses Stück erarbeiten zu können, lässt sich an dieser Stelle hier nicht wiedergeben. Es ist eine Ausnahmesituation mit einer jungen Schauspielerin arbeiten zu dürfen, die aus ihrem innersten Selbst eine Qualität hervorbringen kann, die mir in meinen letzten zwanzig Jahren nur selten in der Arbeit begegnet ist.

So künstlerisch arbeiten zu können ist es, was mir immer vorgeschwebt hat, und so wird ein Werk geschaffen, das in absoluter Zusammenarbeit zu dem wird, was ich ohne Zögern als unsere Vorstellung von Theaterkunst nach außen tragen will.

Ein auf minimale Mittel zurückgeworfenes Stück, das in einer knappen Stunde aufzeigt, dass die Probleme zu Zeiten Goethes in den Phasen der Individualisierung nicht einen Deut geringer waren als heutzutage.

Ein Tanzkonstrukt, das, nach “tRaum 7/11/26“, weiter erforscht, inwieweit alle Körper tänzerische Formen ausdrücken, welche dieser individuell sind, und was ein philosophischer Blick auf Tanz in der Bedeutungswahrnehmung und der Symbolik von Choreografie zu ändern vermag.

Zugegeben, wir haben in der Vorarbeit, viel Recherche über die Arbeiten aktuell etablierter Choreografen geleistet, haben uns inspirieren lassen. Mehr jedoch über ihre Denkweise, denn ihr Bewegungsrepertoire. Das haben wir uns neu gesucht, und sind da erst am allerersten Anfang einer langen Reise.

Robert Bondara, Akram Khan, Angelin Preljocaj, Liam Scarlett, Richard Siegal und Wayne McGregor sind nur Vorbilder, keine Vorgeber. Pina Bausch nur tradierte Rechtfertigung für die Köpfe der Zuschauer.
Und trotzdem verehren und bewundern wir ihr Schaffen, schöpfen unendlich emotionale Kraft aus ihrem Wirken.

Sehnen, Hoffen, Schaffen, eine Not dazu ist immer noch brennend und lodert und bleibt.

 

Fünf Wochen vergingen wie im Flug… nun harren und warten wir auf Sie, auf Euch.