Archiv: Ein Endgang

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Januar 24, 2017
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, Empfehlungen, WinterAbendLesungen

Vom Leben hin zum Tod

Der Januar neigt sich schon dem Ende zu, und wir geben mit den letzten beiden Lesungen der Kälte und dem Vergehen noch einmal Raum: Am kommenden Freitag, 27. Januar um 20 Uhr, präsentieren wir unserem Publikum mit der Lesung von „Ein Endgang“ schon im Vorfeld der Inszenierung dieses Werkes die Textcollage.

Was passiert im Übergang vom Lebendigen zum Tod? Was macht diesen Augenblick aus? Wie können wir Menschen begreifen, dass unsere Liebsten eben noch ihren Blick auf uns richteten, nun aber nur noch leblose Hülle sind?Mit diesen Gedanken beschäftigt sich eine Zusammenstellung von Texten klassischer Literatur, die aufeinander abgestimmt die Grundlage für eine Spielsituation erschaffen, deren Umsetzung im performativen Charakter wir im Sommer anbieten.

Um Sie von Anfang an am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen, beginnen wir die kreative Phase mit der Lesung dieser Textpassagen von Gustav Falke, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Gottfried Schmidt und Georg Trakl.

Das Stück für drei Personen (Der „Mann“, die „Frau“, das „Wesen“) wird von Carla Gesikiewicz, die in der Inseznierung das „Wesen“ spielen wird, von Annette Gleixner (als „Frau“) und Stephan Joachim (als „Mann“) gelesen.

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Genießen Sie im gemütlichen und exklusiven Rahmen unserer Kulturdornse bei einem guten Schluck den Abend. Im Anschluss freuen wir uns auf anregende Gespräche, um weitere Antworten auf Goethes Frage zu erhalten:

„Wie machen wir’s, daß alles frisch und neu
Und mit Bedeutung auch gefällig sei?“

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September 13, 2015
Geschrieben von: , Kategorie: allgemein

Nicht verzagen!

Wie spricht die Marschallin in Hugo von Hofmannsthals  „Rosenkavalier“?

„Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding.
Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.
Aber dann auf einmal,
da spürt man nichts als sie:“

Wir planen und schaffen, aber sie ist augenblicklich schneller als wir. Und es gibt soviel gleichzeitig zu tun.
Aber, um alles für Sie, unsere Zuschauer, unsere Zuhörer, unser Publikum, so perfekt, so ästhetisch, so erlebnisreich wie möglich zu gestalten, wollen wir möglichst viel im Vorfeld bedenken. Wir werden mit unseren Lesereihen beginnen, die sind am schnellsten und unproblematischsten zu organisieren. Dann werden im Frühling im Rahmen der „Roten Meile“ die ersten szenischen Veranstaltungen folgen. Und im Sommer 2016, neben den umfangreichen SommerNachtsLesungen, werden wir mit den Proben zu „Ein Endgang“ beginnen.

Im November und Dezember dieses Jahres können Sie die ersten beiden WinterAbendLesungen erleben: Im November präsentieren wir das russische Märchen „Oletschka„, das Sie vielleicht besser als „Schneewittchen“ von den Gebrüdern Grimm kennen; im Dezember halten wir dann den Klassiker „Der Nussknacker“ für Sie bereit. Beide WinterAbendLesungen werden im gemütlichen Rahmen des Cafés Frøken Wildhagen in der Lübecker Altstadt stattfinden.

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Februar 14, 2014
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, Events, jo.art, Veranstaltungen

Ein Endgang

Endlich!

Endlich wird es eine neue Produktion geben. jo.art meldet sich zurück.

Und ENDLICH ist auch das Thema des Stückes. Drei Menschen stellen die das Leben begleitende allüberragende Konstellation des Seins dar: Das Sein, dass im Werden zum Vergehen gezwungen ist.
Eine Tänzerin, die davon spricht und singt, eine Schauspielerin, die davon tanzt und weint, ein Schauspieler, der tanzend den Gesang suchend, den Ahn verliert, zum Ahn werdend vergeht.

Ein Endgang„!

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Mai 28, 2012
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, jo.art, Veranstaltungen

Ein Endgang – Skizzen

Möglich: Ein Mann; möglich: Eine Frau; angenommen: Ein Mann sitzt, er sinniert, er weiß um seinen Tod. Er wartet.

Auf der anderen Seite, möglich: Eine Frau; möglich: Ein Mann; angenommen: Eine Frau sitzt, sie schreibt, sie erinnert ihr Sein.
Sie ist die Erinnerung und die Sehnsucht und die Begleiterin – des Mannes.

Dann: Unfassbar, seiend, aber Anteil des Mannes, ein Wesen: Engel, Tod, Richter, Ma`at.

Vorgang? Keiner.

Der Mann wartet; das intensiv und Zwischenwelten evozierend.
Das Wesen geht durch den Raum, es verkörpert Zeit, Sein und Vergehen, Sein und Werden; es ist Norn und Ma`at.
Seine Berührung wühlt in der Linearität der Zeit. Neben seinem Geleiten in diesem Falle, geleitete und geleitet es Tausende zuvor, danach. Wir sehen sie nicht, aber ihre Hüllen, ihre warme duftende Kleidung, wird von ihm einher- und dahingetragen. Es nimmt sie an sich, um sich mit dem Hauch einer Ahnung vergangener Seele zu umhüllen und zu bedecken. Und es vollbringt einen Weg; dann sie ablegend, umkehrend, zur Seite tröstend, langt es erneut bei einer sterbenden Seele an, auch sie übernehmend.

Zurück zum Mann. Wir nehmen an, seiner Haltung entdeutend, er weiß zum Sterben trauriges Wissen.
Dann kommt der Augenblick, in dem zur Klarheit sich festigt das Wissen: Nun ist sie da: Die Unausweichlichkeit. Keine Hoffnung, kein Aufschub, kein Zurück! Die ERKENNTNIS.
Und gleichsam, wie man behauptet, das Leben ziehe vorbei, erinnert er sich doch nur an: Sein Glück und Elend, sein Hohes und Tiefes; Und: seine Geleitungen des Erdenseins. Sein ergänzendes, ihn vervollkommnendes Sein: Das Prinzip Weiblichkeit, gegenübergestellt dem Prinzip Mannheit. ERINNERUNG: Prinzip des Bewusst-Seins.

Nachgerade versagt der Wunsch des Bleibens und die Neugier auf den NU erwacht. Sein Wollen ist nun Abschied, seine Bereitschaft. Und ein Strudel, unbewiesen, voller Poesie, voller Euphorie erfasst das Sein. Und in einem Nu ist Präsenz Absenz. Und dann?

Gegangen ist sein SIE. Und unfassbar. Ein Tod: Mutter, Vater, Gattin, Kind, Selbst.

Was wird? Prüfung? Weiterdauern? Transformation? Unfassbarkeit. Glaube. Amen

Ω

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Mai 27, 2012
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, jo.art, Veranstaltungen

Unstern

Ich weiß nicht, warum die Produktion unter immer neuen missvergnüglichen Ereignissen zu leiden hat!

Aber leider ist es nunmal gerade so.
Alle Planungen mit der aktuellen Besetzung sind schon wieder verworfen, weil nicht alle meiner jetzigen Wunschbesetzung so proben und agieren können, wie sie es selbst auch am liebsten hätten.
Wir werden vorerst GERADE JETZT & DANN in einer skizzenhaften Fassung am 31. August (also nicht erst am 1. September) aufführen. Dann gibt es eine zweite Vorstellung am 1. September (und eventuell da noch eine Nachtvorstellung).
Die weiteren Termine werden weitere Skizzen zum Thema bringen, und später im Jahr wird der Theaterabend dann in vollständig gereifter Fassung an einem noch bekannt zu gebenden Ort aufgeführt werden… So hoffen wir inständig.

Somit können Sie zwar das Kartenangebot, das angekündigte, wahr nehmen, aber nur für den 31. August und den 1. September.

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März 08, 2012
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, jo.art, Veranstaltungen

Entgegenstehen!

Wie können nicht Bilder die Unfaßbarkeit aller Worte enthobenen Geschehnisse aufzeigen. Sie nisten sich in tiefe Regionen unseres Hirns und warten dort als stille Begleiter bis die Seele den Leib verlassen will. Da steigen sie noch einmal an das Licht der rettenden Gedanken und fliehen dann die kraftlos liegende Hülle, die hauchend noch nach ihnen begehrte.
Nun, nun sind sie doppelt gräßlich eingebrannt, und trotzdem Trost, weil durch ihre Macht auch letzte Bande ewig haften können.

Zu schwach zu weinen, erschöpft, im Gang zwar wach, doch hilflos durch die Morgen, Mittage und gar zu sehr die Abende schwankend. Jede Geste ein Bild, eine Rückbesinnung. Matt ergreifend Dinge, erscheint die Hand am fein geschnitzten, doch lebensschwer bestrebten Arm, der Blatt für Blatt wie Granitblöcke wendet. Ein Seufzer, mehr gebraucht als je, stellt unverrückbar den Anschein letzter Atemzüge vor die Brust. Und doppelt stöhnt der Leib, noch mehr durch wiederum Erinnerung.
Erinnerung an Wellen wilder Kämpfe. Die Arme breiten sich wie Schwingen ohne Federn, vom Lebenstod gerupft, Zeichen gebannten Denkens. Keine Möglichkeit mehr neue Flüge zu beginnen, neue Ziele zu stecken. Es kann nur bleiben: Neugier. Der Anker, der den Geist erfrischt, der Körper kann nicht mehr. Wenn alles erlischt ist der letzte Funken Neugier. Neugier auf ein Dann. Auf den Moment, den Nu, an dem Zeit unendlich zu werden beginnt. Auf den Ort hinter dessen Pforte Äonen warten. Neugier auf Welten. Und zu guter Letzt das bißchen Hoffnung. Hoffnung, daß die Neugier ihre Erkenntnis erhält. Hoffnung, ein Hauch. Ein letzter Hauch.

Dann bleibt verderbend Natur als Fleisch, Wurzel neuen Lebens, Atmens, Zeugens; wie lange wird es dauern, bis alles erneut gelebt hat? Jedes Stäubchen, dazu geworden, sich verwandelt hat in Pflanze, Tier und wieder Mensch?

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Februar 29, 2012
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, jo.art, Veranstaltungen

Der erste Muskelkater

Nun. Die erste Probe war als Annäherung gedacht.
Wenn Schauspieler tanzen, Tänzer singen, Sänger sprechen, und Regisseure dazwischen vermitteln sollen, dann, meine ich, kann ein vorsichtiges Herantasten an einen der Gesamtsituation förderlichen Sprachcode sicherlich nicht hinderlich sein.
In diesem Falle, der Arbeit an „Ein Endgang„, ist auch das Ausloten körperlicher Grenzgänge notwendig.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es geht nicht darum, eine Schauspielerin in eine Tänzerin zu verwandeln, weil das so auch nicht machbar ist. Jeder hat schließlich jahrelange Erfahrung und Gewohnheiten in seinem Betätigungsfeld, und im Idealfall dies schon seit der Kindheit. Es geht darum, das Tänzerische im Mensch Schauspieler zu suchen, zu finden, und mit seinem Handwerk zusammen zu einer neuen Zeichen-Sprache zu definieren.

– Das hat Deborah heute in einer konzentrierten, engagierten und kreativ intelligenten Art geleistet, und ich kann jetzt nicht anders, als mit Ungeduld die nächsten Proben herbei zu warten, weil ich überzeugt bin, sie hat den Ansatz verstanden; und morgen einen Muskelkater.

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Februar 25, 2012
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, jo.art, Veranstaltungen

Erste Skizzen

Ein Grundgerüst ist entstanden. Die Musik, die mich schon seit Monaten – neben den vielen Requien – begleitet, kann ich allmählich in eine Form bringen. Texte drängen sich vor, somit nach und nach Situationen, Bewegungen, choreografische Elemente.

Skizze zu Ein Endgang

Dieser Augenblick, der dann doch ja keiner ist, dieser Moment, wie könnte er künstlerisch zu finden sein, wenn er nurmehr ein Einziges bleibt, nicht erzählbar, nicht teilbar, da Teilen Erinnern bedeutet, hier nur von Hinterbliebenen?
Sehen wir als Zurückgelassene zu!

Nähern wir uns dem unausweichlichen Nu, er-leiden wir unser eigenes, ganz eigenes Unabwendbare… Gemeinsam.