Archiv: Kulturdornse

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April 14, 2018
Geschrieben von: , Kategorie: Empfehlungen, Kulturdornse, Veranstaltungen

Tristan und Isolde

Tristan und Isolde ist eine der größten Liebesgeschichten der Weltliteratur.
In einer expressionistischen Fassung hat Richard Wagner eine synoptische Fassung mit Passagen aus dem Libretto mit Notizen, roman- und skizzenhaften Elementen zu einer spannnenden Stilmelange kombiniert.

Carla Gesikiewicz als „Isolde“.

Melodramatisch bearbeitet mit Musik aus der gleichnamigen Oper ist dieser Abend das, was man heutzutage als „Work in Progress“ bezeichnet, wir nennen es eine Stückentwicklung.
Die Figuren Isolde und Tristan bieten so viele Facetten, dass wir den Text von Wagner als Grundlage einer Collage nehmen möchten, die von Vorstellung zu Vorstellung erweitert und so allmählich eine spartenübergreifende Präsentation wird.

Der erzählte Text wird dabei schrittweise zu performativen Elementen umgestaltet oder inszeniert.
Bilder, Beleuchtung, Toneffekte und Rollenmomente entstehen so, bewahren aber dennoch das Gleichgewicht zum Inhalt des geschriebenen Wortes.

Auschnitte aus dem von  Wagner selbst erstellten Klavierauszugs untermalen die Szenen; sie werden überwiegend von Saskia Schmidt-Enders auf dem Flügel gespielt; streckenweise aber interpretierend auch auf weiteren Instrumenten.
Stephan Joachim trägt die Erzählung vor;
aber die Fantasie evozierend erscheint die Figur der Isolde, von Carla Gesikiewicz dargestellt, real und greift wie aus Raum und Zeit entsprungen in den Abend ein.

Carla Gesikiewicz als „Isolde“.

Dies ist ein Versuchsaufbau; dabei ist schon die musikalische Erweiterung um die Opernszenen des Königs Marke in Vorbereitung; da erscheint die Figur nur als Gesang (Stephan Joachim).
Weiter wird das Ende des Abends der berühmte „Liebestod“ sein, den dann die in der Handlung gealterte Figur der Isolde (Annette Gleixner) für den Gesang erscheinen lässt.

Und was kann in der Zukunft alle Sphären verbinden? Der Tanz…

Die nächste Vorstellung ist am Samstag, 21. April, um 20 Uhr.
Reservieren Sie gerne über unsere Internetseite oder per Telefon (0451-59988605).

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März 11, 2018

Faust I von Goethe

Goethes Faust zählt nach wie vor zu den bedeutsamsten Werken der deutschen Theaterliteratur. Die Fülle an Zitaten, die bis heute jedermann bekannt sind, ist groß. Die Tiefe der Gedanken, mit denen sich Heinrich Faust in der Handlung beschäftigt, allumfassend und zeitlos.

Wir tun kund, dass wir den Faust wie einst Goethe selbst „[…] vorlesen müssen, ganz und Fragment, und in allem ist der originale Ton, eigne Kraft, und bei allem Sonderbaren, Unkorrekten, alles mit dem Stempel des Genies geprägt. […]“ *

In unserer Münchner Zeit haben wir das Werk unzählige Male als großangelegte szenische Lesung mit Musik von Beethoven, Liszt, Schumann, Wagner und Gounod aufgeführt. Es war eine Reise durch den Faust, die sprachlich virtuos begann und in dem Finale aus Gounods gleichnachmiger Oper endete. Wir konnten damit sowohl die gesetzteren Generationen als auch viele Schulklassen begeistern. Die Presse hatte nur gute Worte für diese Darbietung des Stücks; der Münchner Merkur ließ sich gar zu der Aussage hinreißen, dass „Joachim […] eine fulminante Darbietung“ hinlegt.

Nun werden wir als Vorbereitung zur Wiederaufnahme des Werks in Lübeck eine Lesung der bekanntesten Szenen und Monologe präsentieren. Und so entführen wir Sie  in die Gelehrtenwelt, die Zauberwelt, die Liebeswelten des Heinrich Faust; und hie wie da gilt:

„Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan […]“

Wie immer in gemütlicher Runde in unserem kleinen Salon an der Untertrave 70, der Kulturdornse, können Sie die Tragödie um Faust, Gretchen und Mephisto erleben.

Der gelungene Einstieg in die Osterzeit, in der das Stück ebenfalls spielt,
mit Stephan Joachim.

Der nächste Termin ist am Samstag, 7. April, um 20 Uhr.
Reservieren Sie Ihre Plätze unbedingt vorher hier auf unserer Seite
oder per Telefon unter (0451)  5 99 88 60 5.


* (Heinrich Christian Boie, Tagebuch vom 15. Oktober 1774)