Archiv: Empfehlungen

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Januar 24, 2017
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, Empfehlungen, WinterAbendLesungen

Vom Leben hin zum Tod

Der Januar neigt sich schon dem Ende zu, und wir geben mit den letzten beiden Lesungen der Kälte und dem Vergehen noch einmal Raum: Am kommenden Freitag, 27. Januar um 20 Uhr, präsentieren wir unserem Publikum mit der Lesung von „Ein Endgang“ schon im Vorfeld der Inszenierung dieses Werkes die Textcollage.

Was passiert im Übergang vom Lebendigen zum Tod? Was macht diesen Augenblick aus? Wie können wir Menschen begreifen, dass unsere Liebsten eben noch ihren Blick auf uns richteten, nun aber nur noch leblose Hülle sind?Mit diesen Gedanken beschäftigt sich eine Zusammenstellung von Texten klassischer Literatur, die aufeinander abgestimmt die Grundlage für eine Spielsituation erschaffen, deren Umsetzung im performativen Charakter wir im Sommer anbieten.

Um Sie von Anfang an am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen, beginnen wir die kreative Phase mit der Lesung dieser Textpassagen von Gustav Falke, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Gottfried Schmidt und Georg Trakl.

Das Stück für drei Personen (Der „Mann“, die „Frau“, das „Wesen“) wird von Carla Gesikiewicz, die in der Inseznierung das „Wesen“ spielen wird, von Annette Gleixner (als „Frau“) und Stephan Joachim (als „Mann“) gelesen.

*

Genießen Sie im gemütlichen und exklusiven Rahmen unserer Kulturdornse bei einem guten Schluck den Abend. Im Anschluss freuen wir uns auf anregende Gespräche, um weitere Antworten auf Goethes Frage zu erhalten:

„Wie machen wir’s, daß alles frisch und neu
Und mit Bedeutung auch gefällig sei?“

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Dezember 23, 2016

Andreas Liebert: Das Hafenkonzert in der Kulturdornse

Andreas Liebert: Das Hafenkonzert in der Kulturdornse

© Andreas Hornoff

Zum Jahresende freuen wir uns ganz besonders, den Lübecker Singer-Songwriter Andreas Liebert bei uns in der Kulturdornse begrüßen zu dürfen. Er gibt sein Jahresabschlusskonzert exklusiv für unsere Gäste, und wir freuen uns auf eine spannende Kombination seiner Songs mit poetischen Texten, die Stephan Joachim dazu rezitieren wird.

Die Musik von Andreas Liebert beschreibt sich unter anderem als „kontemplativ“, und so, finden wir, passt sie durchaus an den Jahresausklang. Untermalt von Gitarre und dezenten Momenten elektronischer Elemente entführt er in die Welt seiner tiefen Texte.
Stephan Joachim erweitert die Möglichkeiten der Assoziationswelten um eine Auswahl an eigenen Texten und Gedichten des Expressionismus, die eine verwunderliche Nähe zu Lieberts Texten aufweisen können.

Sitzen mit Glas in der Hand und der Musik lauschen… dazu laden wir Sie nun herzlich ein: Am Freitag, 30. Dezember, um 20 Uhr.

Bitte reservieren Sie Ihre Plätze im Vorfeld telefonisch unter der Telefonnummer (0451) 5 99 88 60 5 oder hier auf unserer Seite.

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Oktober 06, 2016

Mir zur Feier

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Liebe Gäste von und Interessierte an jo.art,

„Mir zur Feier“ ist ein Gedichtszyklus von Rainer Maria Rilke, der um 1897/98 herum entstanden ist. Die Betrachtung der menschlichen Innenwelten stellt ein Hauptaugenmerk dieser Sammlung dar.

Wir bringen diesen Zyklus am 10. Oktober, dem 30-jährigen Bühnenjubiläum von Stephan Joachim, natürlich, weil es an einem solchen Tag nicht nur um die Rückbesinnung auf vergangene dreißig Jahre Bühnenarbeit geht, sondern auch um die Sicht in das eigene Innere, und um die Frage, was noch wird. Der Titel des Werks ist somit Motto, aber soll sich ganz in der demütigen Haltung vor dem Glück die Erfahrungen der letzen dreißig Jahre gemacht haben zu dürfen, widerspiegeln.

Mir zur Seite wird unsere Jungdarstellerin, die auch schon bei der „Helena-Akt“-Lesung begeisterte, Carla Gesikiewicz lesen.

Ich würde mich freuen, wenn ich diesen Tag mit vielen Kulturliebenden zusammen in der Kulturdornse, An der Untertrave 70, begehen und bedenken dürfte…
Beginn des Abends ist um 20 Uhr; Einlass bereits um 19.30 Uhr. Wir werden nach der Lesung noch in gemütlicher Runde beisammen sitzen, und über Theater, Gott und die Welt den Austausch pflegen können.

Ihr Stephan Joachim

Bitte reservieren Sie Ihre Karten vorher.

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Oktober 05, 2016

In Ewigkeit auf See

 

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»Vor ihm sind tausend Jahre wie ein Tag,«
Spricht der Psalmist. Des Meeres Wellenschlag,
Die Athemzüge seines Rauschens sind,
Ob sie nun schleppend gehen, ob geschwind,
Ein Puls der langen, langen Erdenzeit,
Und sie ist nur ein Hauch der Ewigkeit,
Wo Sonnen glühen und zu Eis erkalten,
Die jüngsten Sterne winterwüst veralten.

] Der fliegende Holländer… [

Was Menschen raschen Wortes »ewig« nennen,
Wenn sie sich lieben, und wenn sie sich trennen,
Wieviel ist’s länger, als die Blume blüht,
Die eines Sommermorgens Thau besprüht?

] Ein Seemannssage von Julius Wolff… [

Landflüchtig ist der Mensch in der Natur,
Sein Leben währt, wenn’s hoch kommt, siebzig Jahr,
Und wenn es herrlich, wenn es köstlich war,
So war es nichts, als Müh und Arbeit nur.
Ihn aber dünkt der alten Erde Rund,
Das seine Hütte trägt als sichrer Grund,
Der Boden, drauf er mit den Füßen steht,
Durch Noth und Tod mit seiner Liebe geht,
Die Scholle, die er pflügt mit seiner Schar,
Fest, unerschütterlich, unwandelbar.

] Mord… Liebe… Leid… Sehnsucht… Meer… [

Und ist es auch, so lange Menschen denken,
Erinnernd ins Vergangne sich versenken
Und sehnend, hoffend in die Zukunft schauen,
Der ihres Herzens Wünsche sie vertrauen.
So rauschte schon das Meer, wie’s heute rauscht,
Bevor es noch ein Menschenohr belauscht;
So sah es der, der mit dem Steinbeil schlug,
Des Höhlenbären Haut als Mantel trug,
So sahn es die phönizischen Triremen,
Die Griechenflotten und beim Beutenehmen
Wikinger Drachen, so der Hansa Ehren
Und so Venedigs kreuzende Galeeren,
So wird es sehn der Letzte, der’s befährt,
Der letzte Fischer, der von ihm sich nährt.
Wenn es sich leise schwingend senkt und hebt,
Sein schimmernd Blau von keinem Sturm durchbebt,
Am Tage sonnig glänzt und lockt und lächelt,
Mit sachtem Wogengange Kühlung fächelt,
Und sich bei Nacht aus ihrer Weltenferne
In seinem Spiegel schau’n die goldnen Sterne,
Verräth es nicht, was unter seiner Fluth,
Von Finsterniß umhüllt, im Tiefen ruht.
Da liegt manch Anker, dessen Kette riß,
Manch eine Kugel, die durch Segel biß,
Und weit davon vielleicht dasselbe Rohr,
Aus dem sie in der Seeschlacht schoß hervor.

] vorgelesen an vier Abenden… [

Da schlummern einsam menschliche Gebeine,
Nicht zugedeckt mit einem Marmorsteine,
Gebeine derer, die im Schreckensdrang
Des Schiffbruchs fanden ihren Untergang.
Nicht Alle doch, die hilflos von den Planken
Herabgespült, versanken und ertranken,
Ruhn unbestattet in der Tiefe Schoß
Versandend aus vom harten Seemannsloos.

Manch Einen trägt die Welle wohl zu Land
Und bettet sanft ihn auf bewohnten Strand,
Da findet er mit Kreuz und Nummerstab
In Frieden dann ein namenloses Grab. *

] ab heute Abend… 19 Uhr ** [

 

* Aus „Der fliegende Holländer“ von Julius Wolff.
** 2. Teil am Freitag, 7.10., 20 Uhr; 3. Teil am Mittwoch, 12.10., 19 Uhr; 4.Teil am Samstag, 15.10., 20 Uhr.

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August 17, 2016

Hofmannsthal: Elektra

Elektra sinnt auf Rache; Klytämnestra hat ihren Vater Agamemnon im Bade erschlagen. Orest, ihr Bruder, konnte gerettet werden, Kind, das er noch war.

Nach zwei Inszenierungen des Hofmannsthalschen Einakters, und nach zahlreichen Lesungen des Werkes, wird Stephan Joachim wieder die auf die drei Hauptfiguren reduzierte Fassung vortragen.
Dass sich ein Besuch der Veranstaltung lohnt, zeigt die Resonanz der Zuschauer und der Kritik bei den vergangenen Lesungen: Durchweg lobend bis begeistert.
Machen Sie sich ein eigenes Bild.

Hugo von Hofmannsthal hat in seinem einstündigen Einakter eine Dramatik, eine Sprachgewalt, eine Spannung eingearbeitet, die ihresgleichen in der Literatur sucht. In allen Rollen stimmgewaltig repräsentiert Stephan Joachim das Werk in der diesjährigen SommerNachtsLesung am 28. August in der Kulturdornse von jo.art. Es ist nicht das erste Mal. Schon in den vergangenen SommerNachtsLesungen noch in München war dieses Werk eines der Highlights für die Zuhörer. Nun hoffen wir bei jo.art auf denselben Erfolg der Lesereihe in Lübeck.

ELEKTRA am 28. August, 21.oo Uhr in der Kulturdornse (An der Untertrave 70).

Wenn Sie sicher gehen wollen, einen der wenigen Plätze ergattern zu können, dann reservieren Sie noch rechtzeitig über unsere Seite hier.

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Mai 11, 2016
Geschrieben von: , Kategorie: Empfehlungen, Veranstaltungen

FlaVio

Die Lübecker Musikschule der GEMEINNÜTZIGEN hat seit letztem September einen Workshop für Barockgesang angboten, der von Stephan Joachim geleitet wurde.
Im Anschluss wurden die im Kurs erarbeiteten Stücke, aus der Oper „Flavio“ von Georg Friedrich Händel, in einer Collage mit dem Einakter „Die weiße Fürstin“ von Rainer Maria Rilke zu einem barockmusikalischem Spiel, also einer szenischen Aufführung verarbeitet. Die entstandene Inszenierung wurde bereits an der Musikschule in Hvidore (bei Kopenhagen) aufgeführt und wird nun noch am 27. Mai im Festsaal der GEMEINNÜTZIGEN und am 5. Juni im Barockschloss Bothmer (Klütz) zu sehen sein.

Sie können hier über unsere Internetseite gerne Kartenreservierungen tätigen (bitte per Kontaktmail).

Carla Gesikiewicz als "Monna Lara"

Carla Gesikiewicz als „Monna Lara“

Wir erwähnen das Projekt gerne, weil wir als Unterstützer für die Produktion die Umsetzung mit möglich gemacht haben. jo.art hat fast die gesamte Bühnentechnik und Beleuchtung gestellt. Auch wurden fast alle szenischen Proben in unserem Kultursalon durchgeführt. Wir fanden die Zusammenarbeit sehr inspirierend.

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Dezember 07, 2015

Der Nußknacker bei Frøken Wildhagen

jo-art_WALUnsere zweite WinterAbendLesung im Café Frøken Wildhagen präsentiert Ihnen E. T. A. Hoffmanns Weihnachtserzählung „Nußknacker und Mausekönig“.

Diese wunderschöne Geschichte dient als Vorlage für viele künstlerische Werke der Kulturlandschaft. Unter anderem kennen wir alle das Ballett „Der Nußknacker“ von Tschaikowsky. Aber auch in zahlreichen Filmen wurde die Geschichte aufgearbeitet… Uns fasziniert noch immer die weihnachtliche Stimmung und die abenteuerlichen Erlebnisse der kleinen Marie aus dem Hause des Medizinalrats Stahlbaum.

In unserer WinterAbendLesung werden wir Ihnen fast die ganze Erzählung in der gemütlichen Atmosphäre des Cafés von Katrin Wildhagen in der Beckergrube näher bringen; nur das Märchen von der Prinzessin Pirlipat und Frau Mauserinks werden wir leider nicht mit lesen. Nur so lässt sich die Erzählung auf eine angenehme Länge bringen…
Dafür haben wir die Harfenistin Agata Pospieszny gewinnen können, die mit einer kleinen Auswahl an weihnachtlichen Werken den Abend musikalisch untermalen wird.

Wir hoffen Sie zahlreich begrüßen zu dürfen. Beachten Sie bitte, dass Sie sich vorher anmelden sollten, wenn Sie sichergehen möchten, dass Sie einen Platz bekommen, da nur 25 Plätze zur Verfügung stehen.

 

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November 12, 2015

WinterAbendLesungen im Café Frøken Wildhagen

jo-art_WALNur noch sechs Mal schlafen und der erste Mittwoch unserer WinterAbendLesungen ist da.

Wer noch nicht darauf hingewiesen wurde, oder es einfach so noch nicht weiß, am kommenden Mittwoch beginnen wir unsere WinterAbendLesungen in Lübeck in dem urgemütlichen Café Frøken Wildhagen (Beckergrube 90).

Alle, die das Märchen Schneewittchen lieben, werden auf ihre Kosten kommen, denn wir bringen Ihnen das russische Urmärchen zu Gehör: Oletschka. In seinem Charakter ist weitaus ernster. Auch begegnen uns viele weitere Elemente, die aus der russischen Märchenwelt bekannt sind: Die Baba Jaga, die Hütte auf Hühnerfüßen, Drachen; und Falken, die sich in schmucke Burschen verwandeln… Aber keine Sorge, der Apfel kommt auch vor.

Stephan Joachim spricht, und untermalt wird der Abend von dem bekannten Geiger Jan Baruschke.
Da die Anzahl der Plätze äußerst begrenzt ist (20), bitten wir unbedingt um rechtzeitige Reservierung über unsere Seite!
Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden gebeten und Katrin Wildhagen freut sich natürlich über einen mitgebrachten Hunger und Durst.

So hoffen wir nun, Sie zahlreich begrüßen zu dürfen…

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Februar 01, 2007

Enoch Arden

Diese berührende und an Dramatik reiche Ballade von Alfred Lord Tennyson ist von Richard Strauss kongenial zu einem Melodram verarbeitet worden. Die Musik von Strauss in ihrer spätromantischen sofort in die Seele strahlenden Art macht aus dieser Geschichte ein unvergessliches Erlebnis.

Die Sehnsucht unserer Zeit nach Romantik, nach Natur und Zeiterleben hat daher schon einige Künstler in den vergangenen Jahren dazu verleitet, dies Melodram wieder zur Aufführung zu bringen.
Unter anderem war es bis zu seinem Tod im Repertoire von Dietrich Fischer-Dieskau, der nach seiner Gesangskarriere mehr und mehr auch als Sprecher und Dirigent tätig war.

Stephan Joachim hat das Melodram seit Ende der Neunziger in seinem Repertoire. Im Laufe der Jahre hat er es immer wieder mit verschiedenen Pianisten zur Aufführung gebracht. Anfangs mit Ingo Dannhorn, später, als die Aufführungen durch Lichtstimmungen und Kulissen mehr als szenische Lesung geprägt waren, dann nur mehr mit Pianistinnen, die neben ihrem Spiel immer auch die Figur der Anni verkörpern sollten. So gab es viele erfolgreiche Aufführungen mit Anne Schätz, und später dann mit Angelika Plötz.

In Lübeck wird er es nun mit der Pianistin Saskia Schmidt-Enders zur Aufführung bringen.