Archiv: Empfehlungen

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Dezember 16, 2018
Geschrieben von: , Kategorie: Empfehlungen, Kulturdornse, Veranstaltungen

Silvester in der Kulturdornse

Wohin Silvester? Am besten in die Kulturdornse.

»Könnte ich nur ewig und immerdar ganz dein sein«, sprach Erasmus. Sie standen gerade vor dem schönen breiten Spiegel. Fester, inniger drückte Giulietta den Erasmus an sich, indem sie leise lispelte:

»Laß mir dein Spiegelbild, du innig Geliebter, es soll mein und bei mir bleiben immerdar.« –
»Wie kannst du denn mein Spiegelbild behalten, das mit mir wandelt überall und aus jedem klaren Wasser, aus jeder hellgeschliffenen Fläche mir entgegentritt?«

Zum Ausklang des Jahres können Sie bei uns in kleiner gemütlicher Runde der faszinierenden Erzählung von E. T. A. Hoffmann lauschen, deren Protagonisten sich ja auch in  der allseits bekannten Oper von Jacques Offenbach „Hoffmanns Erzählung“ wiederfinden. Saskia Schmidt-Enders am Klavier untermalt den Text mit musikalischen Momenten aus der Oper, und zusammen mit Annette Gleixner und Stephan Joachim wird auch gesungen.
Bei einem guten Schluck, während Peter Schlemihl im Kellerlokal ein- und wieder ausgeht…

Reservieren Sie Ihre Plätze rechtzeitig auf unserer Seite
oder telefonisch unter (0451) 5 99 88 60 5.

Erkundigen Sie sich auch nach den inklusiven Silvester-Extras…

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Dezember 03, 2018

Pack die Rute aus…

Erotisches zum Nikolaus.

Am 6. Dezember bringen wir Ihnen ein ganz besonderen Genuß zu Gehör.
Spontan entstand eines Tages die Idee des Titels „Pack die Rute aus… Erotisches zum Nikolaus“. Wir dachten, das wäre ein spannender Ansatz zur Suche entsprechender Literatur. Nur wie bei uns stets: Klassischer Literatur.
Und damit haben wir es uns schwer gemacht. Denn die vergangen Jahrhunderte waren nicht gerade die, in denen Erotik oder gar Sex in der Literatur offen ausgelebt wurde… Goethe, Schiller und Dichterkollegen kennen wir besser durch ihre Dramakultur. Aber wir sind fündig geworden…

Anne Patzer (Nikolaus Detail)

Unseren Abend mit modernen Werken aufzufüllen schien uns daher für die pikante Note angebracht. Und was liegt da dann näher, als zu versuchen, gute aber noch nicht entdeckte LyrikerInnen zu finden, denen wir so eine Plattform bieten können. Und noch besser wäre es, wenn diese auch noch aus Lübeck kämen.

Mhm, und dann stießen wir auf die Texte von Lina-Sophie Viereck, die einen eigenen Blog mit dem Titel „love or fvck“ pflegt… Kurz gefragt und nun freuen wir uns auf ihre Werke an diesem „knisternden“ Abend.

Und auf Sie als unsere Gäste.

Anne Patzer (Nikolaus Detail)

Anne Patzer, die unterdessen fest zu unserem Ensemble gehört, und die schon der „Wanda Dunajew“ in unserem Abend „Venus im Pelz“ ihre erotische Stimme lieh und die als „Salome“ in diesem Jahr überzeugte, wird wieder vor Ort sein – und Sie nervös machen…

Und! Wir haben kurzfristig unsere liebe Kollegin Saskia Schmidt-Enders überreden können, ein, zwei ihrer Chansons, zum Besten zu geben… Ihre Chansons konnten schon bei unserem Abend „Es bleibt ein Rest… Himbeerzeiten waren es.“ erlebt werden, der im Januar wieder auf dem Spielplan steht. Auch Saskia Schmidt-Enders zählen wir nun  zu unserem festen Ensemble; sie spielt in „Tristan und Isolde„, in „O. Wilde Salomé„, und im kommenden Jahr in vielen weiteren Abenden.

Wir laden Sie ein, einen vorweihnachtlichen Abend mit uns zu verleben.
Zu unserer großen Freude war die Veranstaltung am 6. Dezember recht schnell ausverkauft. Wir haben von daher kurzentschlossen am 7. auch noch eine angesetzt. Für diese gibt es noch wenige Restkarten.
Scheuen Sie sich allerdings nicht, auch nachzufragen, wenn Sie nur am 6. hätten kommen wollen… manchmal wird ja kurzfristig ein Platz wieder frei.

Bitte melden Sie sich rechtzeitig hier auf unserer Seite an; oder telefonisch unter (0451) 5 99 88 60 5.

Anne Patzer (Nikolaus Detail)

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September 13, 2018

Einblick in die Proben zu „Salomé“

Zu unserer anstehenden Premiere von Oscar Wildes Schauspiel „Salomé“ geben wir Ihnen einen exklusiven Einblick in die Probenarbeit. In einem kurzen Zusammenschnitt können Sie sich einen Eindruck davon verschaffen, was sich während einer Stell- bzw. Leseprobe „hinter den Kulissen“ alles abspielen kann…
In diesem Fall nehmen Sie teil an der ersten Proben mit unserem Ensemblemitglied Anne Patzer, die bei uns die Rolle der „Salomé“ verkörpern wird.

Wenn wir Ihr Interesse an den Aufführungen „O. Wilde Salomé“ wecken konnten und Sie Lust haben, eine Vorstellung zu besuchen, dann reservieren Sie gerne rechtzeitig Ihren Platz in der Kulturdornse. Über unsere Kartenbestellung oder per Telefon unter der Nummer (0451) 5 99 88 60 5.

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Juni 16, 2018

Hofmannsthal: Elektra

Elektra sinnt auf Rache; Klytämnestra hat ihren Vater Agamemnon im Bade erschlagen. Orest, ihr Bruder, konnte gerettet werden, Kind, das er noch war.

Nach zwei Inszenierungen des Hofmannsthalschen Einakters, und nach zahlreichen Lesungen des Werkes, wird Stephan Joachim wieder die auf die drei Hauptfiguren reduzierte Fassung vortragen.
Dass sich ein Besuch der Veranstaltung lohnt, zeigt die Resonanz der Zuschauer und der Kritik bei den vergangenen Lesungen: Durchweg lobend bis begeistert.
Machen Sie sich ein eigenes Bild.

Stephan Joachim

Hugo von Hofmannsthal hat in seinem einstündigen Einakter eine Dramatik, eine Sprachgewalt, eine Spannung eingearbeitet, die ihresgleichen in der Literatur sucht. In allen Rollen stimmgewaltig präsentiert Stephan Joachim das Werk in der diesjährigen SommerNachtsLesung am 7. Juli in der Kulturdornse von jo.art. Es ist nicht das erste Mal. Schon in den vergangenen SommerNachtsLesungen noch in München war dieses Werk eines der Highlights für die Zuhörer.
Die Kritiken waren von der tief gelebten Wiedergabe begeistert.
So schreibt z.B. Linda Heinrichkeit im Münchner Merkur: „Erst leise, dann schreiend laut, mal aufwühlend mal beruhigend.“.
Und ihr Resumée lautet: „Einer Theateraufführung gleicht seine Vorstellung trotz alledem. Man darf nicht an langweilige Lesungen denken, in denen ein Autor seinen Text herrunterrattert. Vor allem in dem mitreißenden Dialog zwischen Elektra und ihrer Schwester Chrysothemis, in der Elektra versucht, sie von ihren Racheplänen zu überzeugen, kommt die Wandlungsfähigkeit des Vortragenden zum Ausdruck. Er ist, von einer auf die andere Sekunde, glaubhaft ein anderer Charakter.“

Artikel zu den Inszenierungen von jo.art in der Vergangenheit gibt es auf theaterkritiken.com und im Münchner Merkur.

ELEKTRA
wieder am 7. Juli, 20.oo Uhr in der Kulturdornse (An der Untertrave 70).

Wenn Sie sicher gehen wollen, einen der wenigen Plätze ergattern zu können, dann reservieren Sie noch rechtzeitig über unsere Seite hier.

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April 14, 2018
Geschrieben von: , Kategorie: Empfehlungen, Kulturdornse, Veranstaltungen

Tristan und Isolde

Tristan und Isolde ist eine der größten Liebesgeschichten der Weltliteratur.
In einer expressionistischen Fassung hat Richard Wagner eine synoptische Fassung mit Passagen aus dem Libretto mit Notizen, roman- und skizzenhaften Elementen zu einer spannnenden Stilmelange kombiniert.

Carla Gesikiewicz als „Isolde“.

Melodramatisch bearbeitet mit Musik aus der gleichnamigen Oper ist dieser Abend das, was man heutzutage als „Work in Progress“ bezeichnet, wir nennen es eine Stückentwicklung.
Die Figuren Isolde und Tristan bieten so viele Facetten, dass wir den Text von Wagner als Grundlage einer Collage nehmen möchten, die von Vorstellung zu Vorstellung erweitert und so allmählich eine spartenübergreifende Präsentation wird.

Der erzählte Text wird dabei schrittweise zu performativen Elementen umgestaltet oder inszeniert.
Bilder, Beleuchtung, Toneffekte und Rollenmomente entstehen so, bewahren aber dennoch das Gleichgewicht zum Inhalt des geschriebenen Wortes.

Auschnitte aus dem von  Wagner selbst erstellten Klavierauszugs untermalen die Szenen; sie werden überwiegend von Saskia Schmidt-Enders auf dem Flügel gespielt; streckenweise aber interpretierend auch auf weiteren Instrumenten.
Stephan Joachim trägt die Erzählung vor;
aber die Fantasie evozierend erscheint die Figur der Isolde, von Carla Gesikiewicz dargestellt, real und greift wie aus Raum und Zeit entsprungen in den Abend ein.

Carla Gesikiewicz als „Isolde“.

Dies ist ein Versuchsaufbau; dabei ist schon die musikalische Erweiterung um die Opernszenen des Königs Marke in Vorbereitung; da erscheint die Figur nur als Gesang (Stephan Joachim).
Weiter wird das Ende des Abends der berühmte „Liebestod“ sein, den dann die in der Handlung gealterte Figur der Isolde (Annette Gleixner) für den Gesang erscheinen lässt.

Und was kann in der Zukunft alle Sphären verbinden? Der Tanz…

Die nächste Vorstellung ist am Samstag, 21. April, um 20 Uhr.
Reservieren Sie gerne über unsere Internetseite oder per Telefon (0451-59988605).

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März 11, 2018

Faust I von Goethe

Goethes Faust zählt nach wie vor zu den bedeutsamsten Werken der deutschen Theaterliteratur. Die Fülle an Zitaten, die bis heute jedermann bekannt sind, ist groß. Die Tiefe der Gedanken, mit denen sich Heinrich Faust in der Handlung beschäftigt, allumfassend und zeitlos.

Wir tun kund, dass wir den Faust wie einst Goethe selbst „[…] vorlesen müssen, ganz und Fragment, und in allem ist der originale Ton, eigne Kraft, und bei allem Sonderbaren, Unkorrekten, alles mit dem Stempel des Genies geprägt. […]“ *

In unserer Münchner Zeit haben wir das Werk unzählige Male als großangelegte szenische Lesung mit Musik von Beethoven, Liszt, Schumann, Wagner und Gounod aufgeführt. Es war eine Reise durch den Faust, die sprachlich virtuos begann und in dem Finale aus Gounods gleichnachmiger Oper endete. Wir konnten damit sowohl die gesetzteren Generationen als auch viele Schulklassen begeistern. Die Presse hatte nur gute Worte für diese Darbietung des Stücks; der Münchner Merkur ließ sich gar zu der Aussage hinreißen, dass „Joachim […] eine fulminante Darbietung“ hinlegt.

Nun werden wir als Vorbereitung zur Wiederaufnahme des Werks in Lübeck eine Lesung der bekanntesten Szenen und Monologe präsentieren. Und so entführen wir Sie  in die Gelehrtenwelt, die Zauberwelt, die Liebeswelten des Heinrich Faust; und hie wie da gilt:

„Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan […]“

Wie immer in gemütlicher Runde in unserem kleinen Salon an der Untertrave 70, der Kulturdornse, können Sie die Tragödie um Faust, Gretchen und Mephisto erleben.

Der gelungene Einstieg in die Osterzeit, in der das Stück ebenfalls spielt,
mit Stephan Joachim.

Der nächste Termin ist am Samstag, 7. April, um 20 Uhr.
Reservieren Sie Ihre Plätze unbedingt vorher hier auf unserer Seite
oder per Telefon unter (0451)  5 99 88 60 5.


* (Heinrich Christian Boie, Tagebuch vom 15. Oktober 1774)

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November 03, 2017

Passagen

„Das Meer ist schwarz und tief. Und wenn man hineinfällt stirbt man.
Sie zog den Finger aus dem Sand und blickte hinaus auf das schwarze Ungeheuer, das sie ihren Geliebten nannte.
Nebel lag über dem grauen Strich, der die Ewigkeit von ihrer Welt trennte.
Eine Schaumwelle umschmeichelte ihren schlanken Fuß.
Trotz der Zierlichkeit trotzte er knochig dem Naß.
Auf dem Rückzug dieser Liebesschwüre vernichtete die Welle die Schrift, als ob sie in uraltem Hohn sprach, von Ewigkeiten, von Erbärmlichkeit.“

Nicht gegensätzlicher, nicht gemeinsamer könnten die sagenhaften Märchen um den „Fliegenden Holländer“ und den „Blaubart“ sein.
In zahlreichen Fassungen tauchen beide Figuren in unterschiedlichen Interpretationen auf. Immer geht es um Sehnsucht, Erlösung und Verdammnis.
Als Musiker ist uns die Oper von Richard Wagner mit eine der nächsten Geschichten um den Holländer, aber vor einiger Zeit entdeckten wir auch das Versepos von Julius Wolff, das wir auch innerhalb der LenzLustLesungen präsentieren. Die Erzählung um Blaubart und seine Frauen ist ebenfalls vielfältig in der Kunst verarbeitet worden. Die bekanntesten Werke sind sicherlich die Oper „Blaubarts Burg“, auf deren Grundlage jo.art bereits 2001 einen Tanztheaterabend kreierte. Aber auch die Oper von Dukas „Ariane et Barbe-Bleue“ ist eine wunderbare Umsetzung. Weiter gibt es vielfache Märchenfassungen neben der von Perrault und den Gebrüdern Grimm.

Die umfangreiche Beschäftigung mit beiden Sujets führte schon sehr früh zu dem Wunsch, aus beiden Geschichten eine tiefsinnige Erzählung zu schaffen.

Die hier vorgestellte Buchfassung ist eine poetische Auseinandersetzung mit beiden Geschichten, mit der Todes-, Liebes- und Erlösungssehnsucht, und bietet viel Freiraum für emotionale und gedankliche Assoziationen.

Erleben Sie also die Geschichte um Senta, Ohto und dem Holländer in gemütlicher Runde mit einem guten Schluck bei uns in der Kulturdornse.
Wir freuen uns auf Sie.