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November 23, 2017
Geschrieben von: , Kategorie: allgemein, Empfehlungen, Kulturdornse

Die grüne Fee

Es ist wohl möglich, dass Sie hin und wieder unsere kleine grüne Fee auf der Internetseite entdecken…Die grüne FeeWenn Sie Liebhaber der Kultur des Absinth-Trinkens sind, oder wenn Sie sie kennenlernen möchten: Bei diesen Veranstaltungen können Sie es.

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November 11, 2017

Pack die Rute aus…

Erotisches zum Nikolaus.

Am 6. Dezember bringen wir Ihnen ein ganz besonderen Genuß zu Gehör.
Spontan entstand eines Tages die Idee des Titels „Pack die Rute aus… Erotisches zum Nikolaus“. Wir dachten, das wäre ein spannender Ansatz zur Suche entsprechender Literatur. Nur wie bei uns stets: Klassischer Literatur.
Und damit haben wir es uns schwer gemacht. Denn die vergangen Jahrhunderte waren nicht gerade die, in denen Erotik oder gar Sex in der Literatur offen ausgelebt wurde… Goethe, Schiller und Dichterkollegen kennen wir besser durch ihre Dramakultur. Aber wir werden fündig werden…

Bekannter sind dann schon vereinzelte Werke aus Italien oder Frankreich; deren erste Übersetzungen können dann auch schon einen sprachlichen Genuß darstellen.

Anne Patzer (Nikolaus Detail)

Unseren Abend mit modernen Werken aufzufüllen erscheint uns daher für die pikante Note angebracht. Und was liegt da dann näher, als zu versuchen, gute aber noch nicht entdeckte LyrikerInnen zu finden, denen wir so eine Plattform bieten können. Und noch besser wäre es, wenn diese auch noch aus Lübeck kämen.

Mhm, und dann stießen wir auf die Texte von Lina-Sophie Viereck, die einen eigenen Blog mit dem Titel „love or fvck“ pflegt… Kurz gefragt und nun freuen wir uns auf ihre Werke an diesem „knisternden“ Abend.

Und auf Sie als unsere Gäste.

Anne Patzer (Nikolaus Detail)

Anne Patzer, die schon der „Wanda Dunajew“ in unserem Abend „Venus im Pelz“ ihre erotische Stimme lieh, wird wieder vor Ort sein – und Sie nervös machen…

Und! Wir haben kurzfristig unsere liebe Kollegin Saskia Schmidt-Enders überreden können, drei ihrer Chansons, zum Besten zu geben… Sie wird „Leicht“, „Du“ und „Luft“ präsentieren.

Bitte melden Sie sich rechtzeitig hier auf unserer Seite an; oder telefonisch unter (0451) 5 99 88 60 5.

Anne Patzer (Nikolaus Detail)

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November 01, 2017

Der fliegende Holländer

der_fliegende_hollaender

»Vor ihm sind tausend Jahre wie ein Tag,«
Spricht der Psalmist. Des Meeres Wellenschlag,
Die Athemzüge seines Rauschens sind,
Ob sie nun schleppend gehen, ob geschwind,
Ein Puls der langen, langen Erdenzeit,
Und sie ist nur ein Hauch der Ewigkeit,
Wo Sonnen glühen und zu Eis erkalten,
Die jüngsten Sterne winterwüst veralten.

] Der fliegende Holländer… [

Was Menschen raschen Wortes »ewig« nennen,
Wenn sie sich lieben, und wenn sie sich trennen,
Wieviel ist’s länger, als die Blume blüht,
Die eines Sommermorgens Thau besprüht?

] Ein Seemannssage von Julius Wolff… [

Landflüchtig ist der Mensch in der Natur,
Sein Leben währt, wenn’s hoch kommt, siebzig Jahr,
Und wenn es herrlich, wenn es köstlich war,
So war es nichts, als Müh und Arbeit nur.
Ihn aber dünkt der alten Erde Rund,
Das seine Hütte trägt als sichrer Grund,
Der Boden, drauf er mit den Füßen steht,
Durch Noth und Tod mit seiner Liebe geht,
Die Scholle, die er pflügt mit seiner Schar,
Fest, unerschütterlich, unwandelbar.

] Mord… Liebe… Leid… Sehnsucht… Meer… [

Und ist es auch, so lange Menschen denken,
Erinnernd ins Vergangne sich versenken
Und sehnend, hoffend in die Zukunft schauen,
Der ihres Herzens Wünsche sie vertrauen.
So rauschte schon das Meer, wie’s heute rauscht,
Bevor es noch ein Menschenohr belauscht;
So sah es der, der mit dem Steinbeil schlug,
Des Höhlenbären Haut als Mantel trug,
So sahn es die phönizischen Triremen,
Die Griechenflotten und beim Beutenehmen
Wikinger Drachen, so der Hansa Ehren
Und so Venedigs kreuzende Galeeren,
So wird es sehn der Letzte, der’s befährt,
Der letzte Fischer, der von ihm sich nährt.
Wenn es sich leise schwingend senkt und hebt,
Sein schimmernd Blau von keinem Sturm durchbebt,
Am Tage sonnig glänzt und lockt und lächelt,
Mit sachtem Wogengange Kühlung fächelt,
Und sich bei Nacht aus ihrer Weltenferne
In seinem Spiegel schau’n die goldnen Sterne,
Verräth es nicht, was unter seiner Fluth,
Von Finsterniß umhüllt, im Tiefen ruht.
Da liegt manch Anker, dessen Kette riß,
Manch eine Kugel, die durch Segel biß,
Und weit davon vielleicht dasselbe Rohr,
Aus dem sie in der Seeschlacht schoß hervor.

] vorgelesen in vier Teilen an zwei Abenden… [

Da schlummern einsam menschliche Gebeine,
Nicht zugedeckt mit einem Marmorsteine,
Gebeine derer, die im Schreckensdrang
Des Schiffbruchs fanden ihren Untergang.
Nicht Alle doch, die hilflos von den Planken
Herabgespült, versanken und ertranken,
Ruhn unbestattet in der Tiefe Schoß
Versandend aus vom harten Seemannsloos.

Manch Einen trägt die Welle wohl zu Land
Und bettet sanft ihn auf bewohnten Strand,
Da findet er mit Kreuz und Nummerstab
In Frieden dann ein namenloses Grab. *

] am Freitag, 3. November, 20 Uhr. [

* Aus „Der fliegende Holländer“ von Julius Wolff.

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Oktober 21, 2017
Geschrieben von: , Kategorie: HerbstZeitLesungen

Gespenstergeschichten

gespenstergeschichtenSie gewinnen in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober eine Stunde… Warum nicht auch mal spät aus dem Haus gehen und das Abenteuer der Nacht suchen:
Wir lesen ab 23 Uhr Gedichte und Erzählungen und Sagen, die Sie den Grusel in der Zeit vor und um Mitternacht live erleben lassen… Und das gab’s auch schon bei den klassischen Literaten wie Storm, Goethe, Hebbel und anderen. Aber auch Sagen aus verschiedenen deutschen Landstrichen erzählen von „Weißen Damen“ und Erscheinungen im Moor.

Kommen Sie doch vorbei und lauschen Sie bei blutroten Schlucken den Klassikern, die Annette Gleixner und Stephan Joachim präsentieren.

Ihre Plätze können Sie hier reservieren; oder Sie rufen kurzfristig an unter der Telefonnummer (0451) 5 99 88 60 5.

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Oktober 12, 2017

Die grausame Venus schlechthin?

Tizian (Detail)

Sie spielt mit Severin, die Wanda Dujanew des Leopold von Sacher-Masoch.

Sicher sind die Erzählungen des Marquis de Sade etwas bekannter, besonders „Justine“ und „Juliette“. Aber so wie seine Werke in Verbindung mit der Begriffsbestimmung des Sadismus geraten sind, so lässt sich der Name Sacher-Masoch häufig in der Thematik des Masochismus finden.

Die Verwendung der Begriffe nach heutiger Manier lässt schlimmeres in den Büchern vermuten; da muss enttäuscht werden. Die Geschichten dahinter sind wesentlich tiefgründiger und differenzierter als erwartet. Besonders Leopold von Sacher-Masoch baut eine tief verstörende und emotional aufwühlende Grundstimmung in seinen Erzählungen auf.
Und dennoch lässt sich auch eine erotische Komponente nicht verleugnen. Allerdings eine, die heutzutage durchaus schon von banaler Kosmetikwerbung übertrumpft werden kann. Eher ist sie vielschichtiger und berührender.

Mit „Venus im Pelz“ verfasst Sacher-Masoch sein bis heute bekanntestes Werk. Das Symbol des Pelzes findet sich in der Literatur, in der Malerei, in der Bildsprache generell, und deutet psychologisch gesehen am ehesten auf die animalische Komponente in dem Sich-Zur-Schau-Stellen mit Fell oder Pelz hin. Sacher-Masochs Novelle scheint somit auch von Tizians „Venus mit einem Spiegel“ inspiriert zu sein.

Tizian (Detail)

Mit Anne Patzer haben wir bei jo.art eine Schauspielerin gefunden, die die Gedankenwelt der Wanda wahrlich verkörpert und auf die Sie gespannt sein dürfen.

Wanda und Severin: Ist es Liebe, ist es Erotik, ist es Hingabe, Abhängigkeit?

Eine experimentelle Darbietung der erotischen Novelle in gemütlicher Runde erwartet Sie.

Das nächste Mal am Samstag, 14. Oktober, 20 Uhr.

Tizian (Detail)

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September 12, 2017

11. Lübecker Theaternacht

Die 11. Lübecker Theaternacht findet am 7. Oktober 2017 statt.

Zum ersten Mal ist die Kulturdornse mit dabei und stellt sich mit kurzen inszenierten Programmen vor, in denen wir Ihnen, unserem Publikum, einen Abriss unserer Veranstaltungsthemen geben wollen.
Musik, Text, Tanz; all das sind stets Elemente unserer Abende.

Hier präsentieren wir Ihnen unser Programm der Theaternacht, dem wir das Motto
„Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen…“
gegeben haben.

Die Mitwirkenden sind: Carla Gesikiewicz, Annette Gleixner, Anne Patzer, Saskia Schmidt-Enders, Carsten Abelbeck, Peter Ortmann und Stephan Joachim.

Wir freuen uns darauf, Sie um
17.00 | 18.00 | 19.30 | 20.30 | 21.45 | 22.30 | 23.15 Uhr
bei uns begrüßen zu dürfen.

Karten erhalten Sie auf Nachfrage gerne jederzeit über uns im Vorverkauf (0451 59988605) oder am Abend.

Das Programm der Kulturdornse bei der 11. Lübecker Theaternacht:


*   *  * * *  *   *
NACHMITTAG
(17 & 18 Uhr)

Carla Gesikiewicz
Annette Gleixner
Anne Patzer
Carsten Abelbeck
Peter Ortmann
Stephan Joachim

 

 

*
Johann Wolfgang von Goethe
Aus Faust I:
Vorspiel auf dem Theater
Dichter, Theaterdirektor, Lustige Person
(Anne Patzer/Carsten Abelbeck, Stephan Joachim, Carla Gesikiewicz)

*
August von Löwis of Menar
Aus dem Märchen „Oletschka“ (Schneewittchen)
Erzähler, Zarin, Der Spiegel, Oletschka, Hexe
(Stephan Joachim, Anne Patzer, Peter Ortmann/Carsten Abelbeck, Annette Gleixner)

*
Charles Baudelaire
Aus „Die Blumen des Bösen“:
Die Schönheit
Schneewittchen (Carla Gesikiewicz)

*
Charles Baudelaire
Aus „Die Blumen des Bösen“:
Hymne an die Schönheit
(Stephan Joachim)

*
Georg Heym
Aus den Tagebüchern:
20. 7.1906
(Peter Ortmann/Carsten Abelbeck, Peter Ortmann)

*
Klabund
Aus „Ode an Zeesen“
Jazzimprovisation & Text
(Peter Ortmann, Stephan Joachim)

Aus mit Musik

 

*   *  * * *  *   *
ABEND I
(19.30 & 20.30 Uhr)

Carla Gesikiewicz
Annette Gleixner
Anne Patzer
Carsten Abelbeck
Peter Ortmann
Stephan Joachim

 

 

*
Johann Wolfgang von Goethe
Aus Faust I:
Vorspiel auf dem Theater
Dichter, Theaterdirektor, Lustige Person
(Carsten Abelbeck, Stephan Joachim, Carla Gesikiewicz)

*
August von Löwis of Menar
Aus dem Märchen „Oletschka“ (Schneewittchen)
Erzähler, Zarin, Der Spiegel, Oletschka, Hexe
(Stephan Joachim, Gast, Carsten Abelbeck, Annette Gleixner)

*
Charles Baudelaire
Aus „Die Blumen des Bösen“:
Die Schönheit
Schneewittchen (Carla Gesikiewicz)

*
Charles Baudelaire
Aus „Die Blumen des Bösen“:
Hymne an die Schönheit
(Stephan Joachim)

*
Georg Heym
Aus den Tagebüchern:
20. 7.1906
Jazzimprovisation & Text
(Peter Ortmann, Carsten Abelbeck, Stephan Joachim)

*
Hugo von Hofmannsthal
Aus Elektra:
Monolog
(Anne Patzer)

*
Klabund
Aus „Ode an Zeesen“
Jazzimprovisation & Text
(Peter Ortmann, Stephan Joachim)

Aus mit Musik

 

*   *  * * *  *   *
ABEND II
(21.45 & 22.30 & 23.15 Uhr)

Carla Gesikiewicz
Annette Gleixner
Anne Patzer
Saskia Schmidt-Enders
Carsten Abelbeck
Stephan Joachim

 

 

*
Johann Wolfgang von Goethe
Aus Faust I:
Vorspiel auf dem Theater
Dichter, Theaterdirektor, Lustige Person
(Carsten Abelbeck, Stephan Joachim, Carla Gesikiewicz)

*
Georg Heym
Aus den Tagebüchern:
20. 7.1906
(Carsten Abelbeck, Stephan Joachim, Saskia Schmidt-Enders)

*
Hugo von Hofmannsthal
Aus Elektra:
Monolog
(Anne Patzer)

*
Charles Baudelaire
Aus „Die Blumen des Bösen“:
Die Schönheit
Schneewittchen (Carla Gesikiewicz)
*
Charles Baudelaire
Aus „Die Blumen des Bösen“:
Hymne an die Schönheit
(Stephan Joachim)

*
Saskia Schmidt-Enders
Aus „Chansons“
(Saskia Schmidt-Enders)

Aus mit Musik

 

Die Internetseite der 11. Lübecker Theaternacht finden Sie hier.

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August 14, 2017
Geschrieben von: , Kategorie: Kulturdornse, LenzLustLesungen, Veranstaltungen

Tristan und Isolde

„Tristan und Isolde“, eine der größten Liebesgeschichten der Weltliteratur, in einer expressionistischen Fassung von Richard Wagner, der in seiner synoptischen Fassung Passagen aus dem fertiggestllten Libretto mit Notizen, roman- und skizzenhaften Elementen zu einer spannnenden Stilmelange kombiniert.

Melodramatisch bearbeitet mit Musik aus der gleichnamigen Oper ist dieser Abend der Beginn einer Stückentwicklung.
Die Figuren Isolde und Tristan bieten so viele Facetten, dass wir den Text von Wagner als Grundlage einer Collage nehmen möchten, die von Vorstellung zu Vorstellung erweitert und so allmählich eine spartenübergreifende Präsentation wird.

Der erzählte Text wird dabei schrittweise zu performativen Elementen umgestaltet oder inszeniert. Bilder, Beleuchtung, Toneffekte und Rollenmomente entstehen so, bewahren aber dennoch das Gleichgewicht zum Inhalt des geschriebenen Wortes.

Auschnitte aus dem von  Wagner selbst erstellten Klavierauszugs untermalen die Szenen; sie werden überwiegend von Saskia Schmidt-Enders auf dem Flügel gespielt; streckenweise aber interpretierend auch auf weiteren Instrumenten.
Stephan Joachim trägt die Erzählung vor; aber die Fantasie evozierend erscheint die Figur der Isolde, von Carla Gesikiewicz dargestellt, real und greift wie aus Raum und Zeit entsprungen in den Abend ein.

Dies ist der erste Versuchsaufbau; dabei ist schon die musikalische Erweiterung um die Opernszenen des Königs Marke in Vorbereitung; da erscheint die Figur nur als Gesang (Stephan Joachim). Weiter vorstellbar ist ein Abschluss mit dem berühmten „Liebestod“, den dann die in der Handlung gealterte Figur der Isolde (Annette Gleixner) für den Gesang erscheinen lässt. Und was verbindet alle Sphären? Der Tanz…

Premiere der ersten Fassung war am 10. Juni 2017.

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Juli 23, 2017

Die Götter sind beim Nachtmahl!

(Lena Scholle als Elektra bei jo.art; Detail)

„Allein, ganz allein“ trägt Stephan Joachim diese wortgewaltige Tragödie in einem Aufzug von Hofmannsthal vor.
Es ist seine Paradelesung schlechthin: ELEKTRA. Bekannt mehr als Oper von Richard Strauss ist das Werk dennoch zuerst als Schauspiel von Hofmannsthal geschrieben worden, und erst später von Strauss als Libretto übernommen worden.
In großen Dialogszenen prallen die Charaktere von Elektra, Chrysothemis, Klytämnestra und Orest aufeinander. Psychologische Dispute sind der Schwerpunkt der virtuos mit Sprache jonglierenden Konfrontationen.

(Lena Scholle als Elektra bei jo.art; Detail)

Linda Heinrichkeit schreibt über die Interpreation Stephan Joachims im Münchner Merkur: „Einer Theateraufführung gleicht seine Vorstellung trotz alledem. Man darf nicht an langweilige Lesungen denken, in denen ein Autor seinen Text herrunterrattert. Vor allem in dem mitreißenden Dialog zwischen Elektra und ihrer Schwester Chrysothemis, in der Elektra versucht, sie von ihren Racheplänen zu überzeugen, kommt die Wandlungsfähigkeit des Vortragenden zum Ausdruck. Er ist, von einer auf die andere Sekunde, glaubhaft ein anderer Charakter.“

Genießen Sie einen mitreißenden „Theater“-Abend in der Kulturdornse bei einem Schluck in gemütlicher Runde.

Innerhalb der SommerNachtsLesungen als Reihe „Starke Frauen“ am Samstag, 29. Juli, um 21 Uhr.

(Lena Scholle als Elektra bei jo.art; Detail)

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Juni 12, 2017

Text ist Musik ist… Klavier

Peter Ortmann

Peter Ortmann

Das Experiment ist geglückt!

Mit „Text ist Musik ist… Klavier“ haben wir am 18. März eine Reihe gestartet, die unseren Leitgedanken für das Theater aufgreift: Wie schaffen wir es die Sparten wieder zu einer Einheit zu verschmelzen und Aufführungen zu gestalten, bei denen Tanz, Sprache und Musik so ineinandergreifen, dass die einzelnen Darstellungsformen nicht mehr isoliert erkennbar sind.
Ein wahrscheinlich immer noch unmögliches Unterfangen… Aber das Streben danach ist unser Weg.

Peter Ortmann, der in Lübeck unter anderem für die von ihm in der Petrikirche initiierte Konzertreihe „Europas Jazz Legenden“ bekannt ist, hat auf unserem Flügel improvisiert: Jazz; ich habe lesen: Texte deutscher Expressionisten. Klabund, Heym, Trakl.
Die Texte sollten sein wie Noten, die Lesart wie Denken beim Musizieren. Ich hoffe, dass ich das als Musiker inspirierend vermochte; das Publikum war jedenfalls der Meinung. Ein Jazzkonzert mit zwei Instrumenten: Stimme und Klavier, Text und Noten… Und ich hoffe auch weiterhin, weil ich es glaube, dass die expressionistischen, und da nahezu fragmentarischen Texte die Improvisation mit ihnen gestatten.

Wir bringen diesen Abend nun am kommenden Wochenende, am Samstag, 17. Juni, um 20 Uhr, nochmal und hoffen auf zahlreiche Interessierte…

Reservieren Sie Ihre Karten gerne hier im Vorfeld.

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April 08, 2017

Faust I von Goethe

Goethes Faust zählt nach wie vor zu den bedeutsamsten Werken der deutschen Theaterliteratur. Die Fülle an Zitaten, die bis heute jedermann bekannt sind, ist groß. Die Tiefe der Gedanken, mit denen sich Heinrich Faust in der Handlung beschäftigt, allumfassend und zeitlos.

Wir tun kund, dass wir den Faust wie einst Goethe selbst „[…] vorlesen müssen, ganz und Fragment, und in allem ist der originale Ton, eigne Kraft, und bei allem Sonderbaren, Unkorrekten, alles mit dem Stempel des Genies geprägt. […]“ *

In unserer Münchner Zeit haben wir das Werk unzählige Male als großangelegte szenische Lesung mit Musik von Beethoven, Liszt, Schumann, Wagner und Gounod aufgeführt. Es war eine Reise durch den Faust, die sprachlich virtuos begann und in dem Finale aus Gounods gleichnachmiger Oper endete. Wir konnten damit sowohl die gesetzteren Generationen als auch viele Schulklassen begeistern. Die Presse hatte nur gute Worte für diese Darbietung des Stücks; der Münchner Merkur ließ sich gar zu der Aussage hinreißen, dass „Joachim und seine Kollegen […] eine fulminante Darbietung“ hinlegten.

Nun werden wir als Vorbereitung zur Wiederaufnahme des Werks in Lübeck eine Lesung der bekanntesten Szenen und Monologe präsentieren. Und so entführen wir Sie  in die Gelehrtenwelt, die Zauberwelt, die Liebeswelten des Heinrich Faust; und hie wie da gilt:

„Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan […]“

Wie immer in gemütlicher Runde in unserem kleinen Salon an der Untertrave 70, der Kulturdornse, können Sie die Tragödie um Faust, Gretchen und Mephisto erleben.

Der gelungene Einstieg in die Osterzeit, in der das Stück ebenfalls spielt,
mit Carla Gesikiewicz, Annette Gleixner und Stephan Joachim.


* (Heinrich Christian Boie, Tagebuch vom 15. Oktober 1774)