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März 08, 2012
Geschrieben von: , Kategorie: Ein Endgang, jo.art, Veranstaltungen

Entgegenstehen!

Wie können nicht Bilder die Unfaßbarkeit aller Worte enthobenen Geschehnisse aufzeigen. Sie nisten sich in tiefe Regionen unseres Hirns und warten dort als stille Begleiter bis die Seele den Leib verlassen will. Da steigen sie noch einmal an das Licht der rettenden Gedanken und fliehen dann die kraftlos liegende Hülle, die hauchend noch nach ihnen begehrte.
Nun, nun sind sie doppelt gräßlich eingebrannt, und trotzdem Trost, weil durch ihre Macht auch letzte Bande ewig haften können.

Zu schwach zu weinen, erschöpft, im Gang zwar wach, doch hilflos durch die Morgen, Mittage und gar zu sehr die Abende schwankend. Jede Geste ein Bild, eine Rückbesinnung. Matt ergreifend Dinge, erscheint die Hand am fein geschnitzten, doch lebensschwer bestrebten Arm, der Blatt für Blatt wie Granitblöcke wendet. Ein Seufzer, mehr gebraucht als je, stellt unverrückbar den Anschein letzter Atemzüge vor die Brust. Und doppelt stöhnt der Leib, noch mehr durch wiederum Erinnerung.
Erinnerung an Wellen wilder Kämpfe. Die Arme breiten sich wie Schwingen ohne Federn, vom Lebenstod gerupft, Zeichen gebannten Denkens. Keine Möglichkeit mehr neue Flüge zu beginnen, neue Ziele zu stecken. Es kann nur bleiben: Neugier. Der Anker, der den Geist erfrischt, der Körper kann nicht mehr. Wenn alles erlischt ist der letzte Funken Neugier. Neugier auf ein Dann. Auf den Moment, den Nu, an dem Zeit unendlich zu werden beginnt. Auf den Ort hinter dessen Pforte Äonen warten. Neugier auf Welten. Und zu guter Letzt das bißchen Hoffnung. Hoffnung, daß die Neugier ihre Erkenntnis erhält. Hoffnung, ein Hauch. Ein letzter Hauch.

Dann bleibt verderbend Natur als Fleisch, Wurzel neuen Lebens, Atmens, Zeugens; wie lange wird es dauern, bis alles erneut gelebt hat? Jedes Stäubchen, dazu geworden, sich verwandelt hat in Pflanze, Tier und wieder Mensch?